Wirtschaftsspionage: deutsche Unternehmen im Visier von ausländischen Nachrichtendiensten und Konkurrenten


Tobias Lücke, Landesamt für Verfassungsschutz. Hamburg

 

Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung verursachen jährlich erhebliche finanzielle Schäden für die deutsche Wirtschaft. Besonders stark davon betroffen sind kleine und mittel-ständische Unternehmen.  Zu den Aufgaben der Verfassungsschutzämter gehört auch der Schutz deutscher Unternehmen vor Wirtschaftsspionage. Tobias Lücke hatte es sich in seinem Vortrag zur Aufgabe gemacht, diesen etwas anderen Aspekt des Datenschutzes zu beleuchten. Ihm ging es darum, die Zuhörer für den Schutz von Unternehmensdaten und Unternehmens-Know-how vor der Ausspähung durch ausländische Nachrichtendienste und Konkurrenzunternehmen zu sensibilisieren.

 

Welche Gefahren bei Auslandsbesuchen oder bei Besuchen ausländischer Gäste in einem deutschen Unternehmen drohen können, schilderte Lücke anhand zahlreicher konkreter Vorfälle im Wirtschaftsaustausch mit Russland und China – zwei Staaten, in denen die Beschaffung von Informationen, die der heimischen Wirtschaft nützen können, ganz offiziell betrieben wird, festgelegt als Auftrag der jeweiligen Regierung an ihre Nachrichtendienste.

 

Er wolle auf keinen Fall vor Kontakten mit Geschäftspartnern aus anderen Ländern abschrecken, betonte Lücke. Vielmehr gehe es ihm darum zu zeigen, wo deutsche Unternehmen und ihre Vertreter wachsam sein sollten. Zu den zahlreichen Tipps, die er gab, zählte, dass auf Geschäftsreisen am besten nur Computer mitgenommen werden sollten, die nicht mehr als ein frisch installiertes Betriebssystem und Bürosoftware enthalten. Mitgenommenes Unternehmens-Know-how sollte auf einem USB-Stick gespeichert werden, den der Reisende stets am Körper trägt. Vor und nach der Reise sollten alle Datenträger von der Sicherheitsabteilung sorgfältig geprüft werden. Grund ist, dass es zahlreiche Verfahren gibt, Datenträger auszuspähen. Ein weiterer Tipp: Empfängt ein Unternehmen Gäste aus dem Ausland oder nimmt es Praktikanten auf, so sollte ein Konzept entwickelt werden, welches den Zutritt und die Berechtigungen von Gästen und Praktikanten im Unternehmen während ihres Aufenthalts regelt.

 

Solche einfachen Vorsichtsmaßnahmen sind aber, das zeigte der Vortrag, im konkreten Einzelfall nicht ausreichend. Unternehmen, die geschäftliche Kontakte ins Ausland aufnehmen und dabei ihr Know-how schützen wollen, bieten die Verfassungsschutzämter auch eine individuelle Beratung an. In Hamburg ist der Wirtschaftsschutz des Landesamtes für Verfassungsschutz telefonisch erreichbar unter der Nummer 040 42839 3050.