Digitale Prüfungsunterstützung in der Praxis - Ergebnisse einer empirischen Untersuchung


Prof. Dr. Georg Herde in Vertretung von Prof. Andreas Kohl, Hochschule Deggendorf

 

Die Hochschule Deggendorf hat zusammen mit dem DFDDA im Sommer 2011 eine Online-Befragung zur Akzeptanz des Einsatzes von Software zur Digitalen Prüfungsunterstützung in der Praxis vorgenommen. Rückläufe aus der Befragung waren bis zum 8. Oktober möglich, also bis wenige Tage vor der Forumsveranstaltung. Prof. Herde konnte deshalb in Vertretung seines verhinderten Kollegen Prof. Kohl erst erste Ergebnisse der Befragung vorstellen.

 

Ziel der Befragung, so Prof. Herde, sei eine Untersuchung des Ist-Zustandes gewesen, eine Bestandsaufnahme der Akzeptanz und Beurteilung der verfügbaren Softwaretools, aus der sich Vorschläge für zukünftige Maßnahmen vor allem auch an die Softwarehersteller ableiten lassen sollten. Herde betonte, dass es sich um eine Erkundungsstudie gehandelt habe, die keinen Anspruch auf Repräsentativität erhebe. Nach der Entwicklung des Fragebogens im Februar 2011 wurden Interviews mit Berufsvertretern durchgeführt. Die Rückmeldungen flossen in den Fragebogen ein. Im August wurde der Bogen dann ins Internet gestellt. Zur Teilnahme wurde über E-Mail-Verteiler mehrerer unterstützender Institutionen eingeladen (DIIR, IDW, IDR, WPK, StBK, DFDDA). Bis zum 8. Oktober wurde die Website 1140 mal aufgerufen. 543 Fragebögen kamen vollständig ausgefüllt zurück. 219 weitere Teilnehmer meldeten Interesse an den Ergebnissen an.

 

Die erste vorläufige Auswertung zeigte, dass unter den Teilnehmern der Umfrage die Gruppe derer, in deren Organisation Software für die digitale Datenanalyse bereits eingesetzt wird, überwog, dass aber auch viele von denen, die nicht aktiv mit dieser Software zu tun haben, sich mit dem Thema beschäftigt zu haben scheinen. In einer Liste von Analysewerkzeugen, die bekanntermaßen eingesetzt werden, kreuzten die meisten Teilnehmer Universalwerkzeuge wie Excel, Access und SQL-Server an. Es gab aber auch eine bemerkenswerte Anzahl von Nennungen „sonstiger“ Werkzeuge. Interessant werde sein, so Herde, zu sondieren, welche sonstigen Werkzeuge am Markt seien, was diese laut Hersteller könnten und wie sie eingesetzt würden.

 

Bei weiteren Fragen, etwa nach Erfahrungen der Anwender und ihren Wünschen an die Hersteller, zeigten sich im einzelnen Tendenzen, die noch weiter analysiert werden müssen, jedoch wurde ein Potenzial für Verbesserungen der Softwaretools durch die Hersteller deutlich. Überrascht zeigte sich Herde davon, dass die überwiegende Zahl derer, die bisher solche Software nicht einsetzen, diese auch „vorläufig nicht“ anschaffen wollen. „Offensichtlich scheint dort eine gewisse Distanz zu diesen Werkzeugen zu bestehen“, sagte er. Dabei zeigte sich bei einer weiteren Frage, dass die weitaus überwiegende Zahl der Umfrageteilnehmer davon überzeugt ist, dass Software zur digitalen Datenanalyse in den nächsten fünf Jahren „unverzichtbar sein“ oder deren Bedeutung mindestens „zunehmen“ werde.